Quelle: sz-online/Sächsische Zeitung
Samstag, 13. Februar 2010

Wehrleute bauen charmanten Oldie auf

Von Carolin Barth


Der Lack ist ab, an einigen Stellen macht sich Rost breit, das Holz ist morsch. Doch wenn‘s das nur wäre. Nun fehlen auch die Scheiben, die blechernen Seitenteile und unzählige Schrauben. Die Jungs von der Freiwilligen Feuerwehr Lichtenberg haben ganze Arbeit geleistet, um ihrem Oldie den Rest zu geben. Dabei wollen sie nur sein Bestes. „Wir bauen das alte Fahrzeug wieder richtig auf“, sagt Wehrleiter Wolfgang Görner. Das alte Fahrzeug ist ein TLF 16 S 4001 aus dem Jahre 1960. Das LKW-Fahrgestell stammt von der Firma Horch, aufgebaut wurde ed in Jöhstadt. Wolfgang Görner kennt die Macken des robusten Allrounders im DDR-Verkehr genau. Schließlich legte er damit die Fahrprüfung ab.

Sperrholz wird ersetzt

Eine bewegte Vergangenheit hat das Löschfahrzeug hinter sich. „Es war lange in Neukirch im Einsatz, danach in Pulsnitz“, sagt Wolfgang Görner. Bis 1994 löschte der Oldie lodernde Flammen, das letzte Mal beim großen Waldbrand in Weißwasser. 1995 fuhr er dann ins alte Lichtenberger Depot ein. „Dafür haben wir unseren alten Ello Pulsnitz überlassen“, so Görner. Ende vergangenen Jahres machte sich ein vierköpfiges Aufbauteam daran, das Fahrzeug herzurichten. Drei Jahre geben sie sich dafür Zeit. Zum 80-jährigen Jubiläum der Feuerwehr soll es 2013 der Hingucker des Festumzuges werden.

Bis dahin erwartet die Männer noch viel Arbeit, die ganz konzentriert nach Feierabend angegangen wird. „Wir haben zuerst Türen und Scheiben ausgebaut. Alle Blechteile und die Aufbauten müssen noch ab, bis nur noch die Karosse steht“, sagt Mirko Fries. Alle Teile werden ausgebessert, repariert und aufgearbeitet. Jedes abmontiertes Einzelstück wurde beschriftet, alle Schräubchen in separaten Tütchen gesammelt. „Schließlich soll er irgendwann mal wieder zusammengesetzt werden.“ Das besondere im S 4001 sind ist das Sperrholz, das zwischen den Blechen klemmt. „Es wird herausgerissen und erneuert“, sagt Wolfgang Görner, der Nachschub aus seinem Garten spendiert. Das Holz im Fahrerhaus und das der Schiebkästen fürs Material werden abgeschliffen und lackiert, die Karosserie in Schuss gebracht, die Trommel für Wasserschläuche aufpoliert, das Blech wieder glänzend feuerwehrrot lackiert. Wenn er fertig ist, darf er im alten Depot bewundert werden. Zum Löscheinsatz wird der Oldie nicht mehr bemüßigt. Bei allem Charme, dafür wäre er heute viel zu unpraktisch.

Martin Gölfert, Mirko Fries und ihr Wehrleiter Wolfgang Görner wollen das alte Löschfahrzeug aus dem Jahre 1960 wieder aufbauen. Die Originalteile stammen vom Trödler oder Schrott. Foto: René Plaul

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